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"Was ist Glück"

 

"Was ist Glück - Wovor haben wir Angst?" aus der Sendereihe "Stationen"
Dokumentation, 45 Min. 1997 ARD / BR / ALPHA
 
 
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Prof. Gertrud Höhler (Literaturwissenschaftlerin) Eugen Drewermann (Theologe)
 
Kurze Inhaltsangabe:

Zwei Fragen, die die Menschheit seit eh und je bewegen. In unserer Zeit danach zu fragen ist Thema der Sendung.
Sie konzentriert sich dabei auf einige wesentliche Aspekte. Persönlichkeiten wie Arnulf Baring, Eugen Drewermann, Gertrud Höhler und Ulrich Hommes geben eine Antwort. In erster Linie geht es um die Glücksvorstellungen bei Kindern und Jugendlichen, um Glücks-versprechen in der Werbung und der Politik.
Es geht um das Phänomen 'Weltangst', die sich nicht zuletzt durch die Zerstörung der Umwelt immer stärker ausbreitet. Von der Existenzangst, die nach der Wiedervereinigung eine neue Dimension angenommen hat, wird berichtet und von Ängsten, die von der Kirche geschürt werden.

Gertrud Höhler
„Wohin wir auch blicken: Werbung, Politik und Vergnügungsindustrie betören uns mit Glücksversprechen und die Erfüllung unserer Glücksträume erscheint uns käuflich“, konstatiert die Autorin Gertrud Höhler, „unsere Gedanken und Empfindungen erliegen aber der Gleichschaltung, wenn wir uns den Märkten des genormten Glücks anvertrauen. Unsere Sinne verkümmern, wir schmieden unser Glück nicht mehr auf eigene Faust, beziehen es „second hand“. Was ist aber das Glück im eigentlichen Sinne? Eine Gabe der Götter? Belohnung des Tüchtigen, Frucht der Tugend? Oder ist Glück ein altes Privileg der Herrschenden, das nun verteilt wird an uns alle? Ist das Glück heute – im Jahrhundert der Glücksindustrien, der Sozialgeschenke und käuflichen Sicherheiten – tatsächlich gerecht und gleich verteilt? Sind wir wirklich alle glücklicher geworden?“

Eugen Drewermann
Eugen Drewermann: Eine Menge Menschen werden daran, wie sie den christlichen Glauben kennen lernen, zutiefst unglücklich, ja sogar neurotisch. Die Kirchen - die katholische womöglich noch mehr als die evangelische - verbreiten Angst und Schuldgefühle, um die Menschen zu zensieren und gefügig zu halten. Aber Glauben im Sinne Jesu ist eine Haltung des Vertrauens. Eben nicht der Doktrin, sondern der persönlichen Unmittelbarkeit zu Gott. Solches Vertrauen ist angstlösend, nicht angstbindend. Es schafft Spielräume, anderen Menschen zu begegnen, und hilft, mit den persönlichen Schwierigkeiten des Lebens fertig zu werden. Vertrauen ist eine unerlässliche Voraussetzung zum Glücklichsein.
Glück haben kann heißen, im Lotto zu gewinnen, an die richtige Frau zu geraten oder im Beruf einen unerwarteten Erfolg zu feiern. Dieses Glück verknüpft den Menschen mit dem Zufälligen und macht aus dem Leben ein Lotteriespiel. Das als das eigentliche Glück zu bezeichnen wäre ein Unglück. In einer wesentlichen Bestimmung des Glücks geht es nicht darum, Glück zu haben, sondern glücklich zu sein. Das setzt voraus, sich gefunden und sein Wesen so weit gestaltet zu haben, dass man begreift, wer man ist.
Angst gehört zum Wesen des Menschen. Lebewesen mit Bewusstsein und Freiheit sind ohne Angst nicht denkbar. Die entscheidende Frage ist, wie sie mit ihrer Angst umgehen. Häufig wird der Mensch in seiner Angst vor anderen Menschen selbst fürchterlich und produziert Waffen, um sie zu bedrohen. Die Angst vor Minderwertigkeit kann dazu treiben, Macht und Geltung im Übermaß zu beanspruchen. Kurz: Angst, die mit sich selbst alleine bleibt, gerät zu einem Teufelskreis von Unglück und Leid. Sie lässt sich aber überwinden durch Vertrauen.

 
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