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"Chrl. Widerstand im III.Reich"

 

"August Roesch und der christliche Widerstand im III.Reich" aus der Sendereihe "Stationen"
Dokumentation, 45 Min. 1998 ARD BR / HR / ALPHA
Die Produktion ist bei der Aladin-Film als VHS, und als DVD erhältlich
 
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Provinzial Augustinus Rösch Kaulbachstr. 31a Pater Rupert Mayer Hier trafen man sich zu geheimgehaltenen Tagungen. Pater Alfred Delp
 
Kurze Inhaltsangabe:

In der Zeit des Nazi-Terrors hatte sich das Haus in der Kaulbachstr. zu einem Zentrum des kirchlichen Widerstands entwickelt. Seit 1921 gehört das Gebäude den Jesuiten. Hier hatte ihr Provinzial Augustinus Rösch seinen Sitz für die Oberdeutsche Provinz des Ordens. Kaum im Amt begannen für ihn die Auseinandersetzungen mit den Nazis. Er, der im I.Weltkrieg als Offizier mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet wurde, scheute sich nicht, den Kampf gegen Unrecht und Verbrechen aufzunehmen. In der Kaulbachstr. fanden u.a. geheime Treffen mit der Widerstandsgruppe des Kreisauer Kreises statt. Als die Nazis 1941 mit dem großen Klostersturm begannen, rang hier der Ausschuß für Ordensangelegenheiten darum, wie sie die deutschen Bischöfe auf einen Konfrontationskurs mit dem III.Reich bringen könnten. Papst Pius XII. lobte zwar des öfteren den Mut dieser Männer und bekräftigte sie in ihren Vorhaben, er selbst aber zog es vor, sich nicht direkt einzumischen.
Augustinus Rösch
Aktiver Widerstand gegen die Staatsgewalt widersprach der kirchlichen Lehre. Dennoch gab es in München einen kleinen Kreis von Jesuiten, die aus einer sehr konsequenten Ablehnung der Rechtlosigkeit und der Verbrechen des NS­Regimes in den Widerstand gingen. Augustinus Rösch befand sich schon seit seiner Ernennung zum "Provinzial" der süddeutschen Jesuiten in einem ständigen Kleinkrieg mit den NS­Behörden. 1941 rief er mit seinem Mitbruder Lothar König und anderen Mitstreitern einen "Ausschuß" ins Leben, der die Kirche zu einem härteren Vorgehen gegen das Regime bewegen sollte. Trotz unermüdlicher Tätigkeit scheiterte der "Ausschuß" an dem mangelnden Mut der Bischöfe. Gleichzeitig wurden Rösch und König Mitglieder des "Kreisauer Kreises", der konspirative Pläne für ein Deutschland nach dem Nationalsozialismus entwarf. Sie führten dort ihren Münchner Mitbruder Alfred Delp ein, der zusammen mit König maßgeblich an den Grundsatzpapieren des Kreises mitarbeitete. Nach dem 20. Juli 1944 wurde Delp zum Tode verurteilt. Rösch blieb bis zum Kriegsende im Gefängnis, König konnte sich verstecken.
Alfred Delp
Erst nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 gelang es der Gestapo, den Kreisauer Kreis aufzuspüren und dessen Mitglieder zu verhaften. Delps Freunde rieten ihm, da er auch Verbindung zum Attentäter von Stauffenberg hatte, unterzutauchen. Doch er weigerte sich, wurde am 28. Juli verhaftet und nach Berlin verbracht, wo er in drei Gefängnissen festgehalten wurde: im Gestapo-Gefängnis Lehrter Str. 3, in der Haftanstalt Tegel und im Hinrichtungsgefängnis Plötzensee.
Nach schrecklichen Wochen der Folterungen und Verhöre in Gestapo-Händen wurde er mit den übrigen Kreisauern in Tegel zusammengelegt, wo er eine tiefgehende literarische Tätigkeit entfaltete: Er verfasste Advents - und Weihnachtsmeditationen, Aufzeichnungen zu einem "Theonomen Humanismus", zur "Erziehung des Menschen zu Gott", über "Das Schicksal der Kirchen" und über "Deutschland". Am 9. Januar 1945 führte der Volksgerichtshof den Prozess unter dem berüchtigten Richter Freisler durch. Die Angeklagten wurden vorgeführt, beschimpft, für ehrlos erklärt und zum Tode verurteilt, wobei die redlichen Verteidigungsbemühungen der Angeklagten die Wut des Vorsitzenden nur noch steigerten.
Als Alfred Delp von den nachfolgenden Hinrichtungen seiner Mitstreiter erfuhr und jede Hoffnung auf ein Überleben aufgeben musste, kam er der Verzweiflung nahe, fand jedoch seine innere Fassung durch die völlige Hingabe an Gottes Willen wieder. So schrieb er im Bewusstsein des nahenden Todes: "Das allgemeine Schicksal, meine persönliche Lage, die Entscheidungen der nächsten Tage ..... alles sammelt sich in das eine: Mensch, lass dich los zu deinem Gott hin und du wirst dich selbst wieder haben. Jetzt haben dich andere, sie quälen dich und erschrecken dich und jagen dich von einer Not in die andere. Dann die Freiheit, die singt: Kein Tod kann uns töten!" Am 23. Januar 1945: "Heute ist ein harter Tag. Nun sind alle meine Freunde und Gefährten tot, nur ich bin zurückgeblieben ....... Ich bin sehr müde vor Traurigkeit und Schrecken ..... Mehr als je steht mein Leben nun absolut auf Gott. Ich bete und vertraue und übergebe und verlasse mich auf den Herrn." Am 2. Februar 1945 gegen 15 Uhr wird Alfred Delp im hässlichen Hinrichtungsschuppen von Plötzensee gehenkt. Er hat sich bis in die letzten Stunden seines Lebens mit seinen Visionen auseinandergesetzt: der Vision einer sozialen und gerechten Gesellschaft, der Vision einer menschenfreundlichen und dienenden Kirche und der Vision eines neuen anbetenden Menschen. Ganz bewusst verstand er seine Gedanken als Dienst am Nächsten und hinterlässt uns damit ein dauerndes Vermächtnis: "Wenn der Herrgott diesen Weg will - und alles deutet darauf hin - dann muss ich ihn freiwillig und ohne Erbitterung gehen. Es sollen einmal andere besser und glücklicher leben können, weil wir gestorben sind."
Rupert Mayer
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges betrachtete Pater Rupert Mayer es als seine wichtigste Aufgabe, den Menschen in ihren wirtschaftlichen und seelischen Nöten beizustehen und sie im Glauben zu bestärken. Bis zu 70 Predigten hielt er monatlich in und um München. Anfang der Dreißiger Jahre nahm der Nationalsozialismus erste Konturen an. Rupert Mayer erkannte die Gefahr und erhob früh seine Stimme dagegen. Von 1937 an versuchten die Nationalsozialisten, ihn mundtot zu machen. Er wurde erstmalig festgenommen und zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Wegen „fortgesetzten Vergehens“ gegen den sogenannten „Kanzelparagraphen“ - Mayer hatte gepredigt, dass der Mensch Gott mehr gehorchen müsse als den Menschen - wurde er danach sechs Monate in der Strafanstalt in Landsberg inhaftiert. Nach seiner Freilassung aber predigte Mayer unerschrocken weiter und wurde erneut verhaftet. Die Nazis internierten ihn 1939 im Konzentrationslager Sachsenhausen. Dort magerte er rapide ab und schwebte in akuter Lebensgefahr. Unter der Maßgabe, daß seine Vorgesetzten ihm Predigtverbot erteilen, ließ ihn die Gestapo aus dem KZ frei und übergab ihn der Benediktinerabtei Ettal zur Klosterhaft (1940-45). Wieder zurückgekehrt nach München war Pater Rupert Mayer körperlich völlig aufgezehrt. Am 1. November 1945 starb er nach der heiligen Messe in der Kreuzkapelle in der Münchner St. Michaelskirche.

 
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